Projekttage
Im Projekt "Verschwörungstheorien damals und heute" wurden beispielsweise Fake News erstellt, die den Amokfehlalarm im November 2025 aufs Korn nahmen. Ein Ergebnis war ein fiktives Interview:
F: Servus, wir freuen uns, dass Sie nach dieser Horror-Tat die Kraft gefunden haben, zu uns zu kommen. Ich werde Ihnen nun einige Fragen stellen. Wenn es zu viel für Sie ist, weil es Sie belastet, brechen wir das Interview sofort ab.
A: Ja, hallo, ich werde versuchen, alle Fragen wahrheitsgemäß zu beantworten. Jedoch stehe ich noch stark unter Schock. Ich gebe mein Bestes.
F: Wo waren Sie, als der Alarm losging? An was erinnern Sie sich?
A: Ich war gerade im Gang und dann ging der laute Alarm los, der uns aufforderte, Schutz zu suchen. Panik brach auf dem Gang aus. Schüler begannen zu rennen und zu schreien. Wir retteten uns in ein Klassenzimmer und ein Lehrer schloss hinter uns ab. Niemand wusste, was los war.
F: Das ist ja schrecklich…
A: Und das Schlimmste kommt noch. Oh Gott, oh Gott!! Nach 20 Minuten Panik hörten wir den ersten Knall. Alle begannen zu schreien. Es wurde darüber diskutiert, ob wir es wagen sollten, aus dem 3. Stock zu springen. Unsere Lehrkraft war so in Panik, dass sie versuchte, sich im Schrank einzuschließen!
F: Sind Sie sich mit dem Knall ganz sicher?
A: Ja, ich erkenne so etwas genau. Mein Vater ist Jäger. Jemand schrie auf dem Gang: „ER KOMMT, RENNT UM EUER LEBEN!“ Gleich danach fielen nochmals zwei Schüsse. Dann war jedem klar, das ist echt.
F: Es tut mir so leid, dass Sie das erleben mussten. Wie ging es dann weiter?
A: Uns war klar, dass wir das nicht überleben werden. Es kam das Gerücht auf, dass der Täter ein Terrorist sei, der eine riesige Waffe bei sich trägt. Es gebe wohl schon zwei Opfer.
F: Wie sind Sie dann entkommen? Ich sehe, Sie haben überlebt.
A: Am aufregendsten war es, als die Polizei die Tür aufbrach und mit erhobenen Gewehren hereinstürmte. Sie bemerkten schnell, dass im Klassenzimmer nur Opfer waren, kein Täter.
F: Haben sie Sie dann rausbegleitet?
A: Ja, wir mussten sehr leise sein und mussten den Polizisten zügig folgen. Wir wurden zum Sammelplatz gebracht.
F: Ok, danke für die Zeit und dass Sie sich überwunden haben. Wir hoffen, Sie können das gut verarbeiten.
A: Ja, gerne, ich gebe mein Bestes.
Im Rahmen des Projekts zum Thema „Flucht, Migration und Demokratie“ setzten sich die Schülerinnen und Schüler intensiv mit den Ursachen und Folgen von Flucht auseinander.
Den Auftakt bildete ein Theorieteil, der von Vertretern der Caritas und der Integrationsmanagerin des Landratsamtes gestaltet wurde. Dabei erhielten die Teilnehmenden einen Einblick in das Asylverfahren, verschiedene Schutzformen sowie die Bedeutung der Menschenrechte und die Herausforderungen, denen Geflüchtete auf ihrer Flucht begegnen. Ein besonderer Höhepunkt waren zwei persönliche Gespräche mit Geflüchteten aus Syrien. Sie berichteten eindrucksvoll von ihren Fluchterfahrungen, ihrem Neuanfang in Deutschland und den Schwierigkeiten, sich in einer neuen Sprache und Kultur zurechtzufinden.
Sehr bewegend war die Schilderung eines Mannes, der bei seiner Flucht von Kriminellen in die Wüste verschleppt wurde, dann mit über 400 Menschen auf einem Boot das Mittelmeer überquerte und während der gefährlichen Überfahrt mehrere Tage ohne Nahrung auskommen musste. Trotz dieser belastenden Erfahrungen blickt er heute hoffnungsvoll in die Zukunft und schätzt vor allem die Sicherheit und Freiheit, die er in Deutschland gefunden hat.
Abgerundet wurde das Projekt durch den Besuch der größten Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete in Biberach. Bei einer Führung erhielten die Schülerinnen und Schüler Einblicke in den Alltag der Bewohner. Sie erfuhren, unter welchen Bedingungen viele Menschen dort leben und wie wenig Privatsphäre ihnen häufig zur Verfügung steht. Gleichzeitig wurde deutlich, dass hinter jedem Menschen eine persönliche Geschichte steht und ein Neuanfang viel Mut, Ausdauer und Unterstützung erfordert.
Die Projekttage vermittelten nicht nur Wissen über Flucht und Migration, sondern ermöglichten auch persönliche Begegnungen, die die Basis dafür schaffen, Vorurteile abzubauen und unterschiedliche Lebensgeschichten besser zu verstehen.

